NaturFreunde Deutschlands - OG Eschweile
                   Wanderung "Von Stolberg nach Walheim" entlang der Inde       

 

17.05.11

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Treffpunkt: 09.30 Uhr Bushof

          Strecke: ca. 17 km   

(Vom Atscher Dreieck  – Atscher Wald – Westwall Naturkundlicher Lehrpfad der Stadt Stolberg - Indetal - Kornelimünster - Kalkofenlehrpfad - Freizeitgelände Walheim - Friesenrath)

  Rucksackverpflegung ist angesagt.

Wir fahren 09.30 Uhr mit der Buslinie Nr. 8 vom Eschweiler Bushof nach Stolberg, Mühlener Brücke. Wir können entweder 10.00 Uhr mit der Linie Nr. 1 weiter zum Atscher-Dreieck fahren, oder von der Mühlener Brücke zum Ausgangspunkt gehen.

Unseren Ausgangspunkt erreichen von der Bushaltestelle Stolberg-Mühlener Brücke aus. Hier werdet Ihr vom Wanderleiter erwartet.

Atsch taucht in mittelalterlichen Karten als Gebietsbezeichnung für den Bereich zwischen Münster- und Saubach auf: „In der Atsch“ (aber auch „Eyga“, „Etzsche“ oder „Etgenbusch“): Nicht zuletzt wegen Funden aus der Römerzeit gibt es Spekulationen, dass das bei Caesar erwähnte „Atuatuca“ für den Namen verantwortlich zeichnet, doch fehlen gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, ob „Atuatuca“ im Atscher Raum lag. Die Atsch gehörte zur Pfarre Eilendorf, die schon Ende des 13. Jahrhunderts so bezeichnet wurde, aber politisch zum Territorium der Reichsabtei Kornelimünster zählte. Eilendorf und damit Atsch kamen in der Franzosenzeit zum Kanton Burscheid, war dann etliche Jahre Teil von Forst und wurde erst 1866 selbständige Zivilgemeinde.

Die Atsch selbst war lange Zeit unbewohnt. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war der Bereich der Atscher Mühle praktisch das einzige Anwesen mit wenigen Bewohnern. Entscheidend für die weitere Entwicklung war einmal der Umstand, dass die Eilendorfer große Flächen des Atscher Waldes, der 1825 mit Würselen, Weiden und Haaren geteilt wurde, abholzen ließen und vor allem die Errichtung des „Stolberger“ Bahnhofs (auf Eschweiler Gebiet), der die Industrialisierung forcierte (Kohleabbau / chemische Fabrik Rhenania und andere / Eisenbahnknotenpunkt).

Mit gestiegener Bevölkerung kam der Wunsch, eine eigene Kirche zu bauen, was nach längeren Verhandlungen 1900 erfolgte. Von 1901 bis 1908 war Atsch Kapellengemeinde und Rektorat von Eilendorf, seit dem 1. März 1908 selbständige Pfarre.

Die Wanderung beginnt am Dreieck - Atsch, wo auf der linken Seite der Münsterbach vorbeifließt. (Weiher am Atscher Dreieck) Wir gehen parallel zur Hammstraße, (die ihren Namen von der alten Flurbezeichnung Hamm-Mühle herleitet) in einen Fußweg der mit dem Wanderweg Nr. 1 gekennzeichnet ist. Diesen Weg gehen wir weiter an der Inde entlang, am Zeichen "Naturschutzgebiet" biegen wir links ab.

Der Name Münsterbach wird in alten Grenzbeschreibungen der Herrschaft Stolberg vor über 300 Jahren bereits erwähnt. In alten Urkunden, die über die freie Reichsabtei Kornelimünster berichten, trägt der Bach von seiner Quelle bis zum Zusammenfluss mit dem Vichtbach auch den Namen Inde. Die Wasserbuchbehörde nennt den Bach jedoch Münsterbach und erst vom Zusammenfluss mit dem Vichtbach an Inde. Der Stolberger Volksmund kennt nur die Bezeichnung Münsterbach.

Der Wanderweg verband ursprünglich die einstigen Kupfermühlen als Transport-weg untereinander. Diese prägten auch das Bild des ursprünglich stark bewalde-ten Gebietes. Der große Bedarf an Brennmaterialien zwang zur Entforstung der Hänge und Bergrücken. Die Bezeichnungen Münsterbusch, Kohlbusch, Hamm-busch weisen heute noch auf die starke Bewaldung hin. Naturfreunde finden in den weiten Niederungen noch besondere Pflanzen und Tierarten.

Wir kommen durch einen lichten Wald, an der nächsten Wegegabelung gehen wir nach links weiter an der Inde entlang. Wir wandern diesen markierten Weg weiter (es ist der Naturkundliche-Lehrpfad der Stadt Stolberg, er ist mit Schautafeln markiert). An der nächsten Einmündung gehen wir wiederum nach links und passieren eine Schranke. Der Tallage folgend führt der Wanderweg auf eine Schrebergartenanlage zu. Einige Meter davor liegt eine alte Kohlenpinge, wie sie noch selten zu finden ist, ein Hinweis auf die Kohlenvorkommen und den Abbau im Stolberger Raum. Das links ansteigende Gelände gehört zum Münsterkohlberg.

In diesem Gelände wurde bereits um 1500 Kohle obererdig durch arme Leute gegen Entrichtung einer geringen Gebühr an den Grundherrn abgebaut. Der Abbau erfolgte in Pingen. Dies sind runde Löcher mit einem Durchmesser von etwa 10 m, in denen in gefahrvoller Arbeit die Kohle in Seilschaften über Körbe geborgen wurde.

Danach überqueren wir die Landstraße zwischen Stolberg und Eilendorf (Die Straße und die Brücke wurden im Ursprung zwischen 1830 und 1836 durch James Cockerill und seinen Bruder John errichtet. Sie dienten zum Abtransport der Kohle- und Blei- und Zinkgüter in Richtung Aachen. Die für diese Privatstraße ursprünglich erhobenen Wegezölle sind erst 1892 entfallen, nachdem die Straße und Brücke durch die Provinzialverwaltung übernommen wurden) in Höhe der Bushaltestelle "Buschmühle". Auf der Wiese, wo früher das Mühlenge-bäude gestanden hat, sind auf der rechten Seite noch einige alte Mühlensteine erkennbar. Der daneben liegende Mühlengraben verdeutlicht sehr schön, wie aus einem ruhig fließenden Gewässer durch den Einbau eines Steilwehres eine Was-serkraft entsteht, die früher einmal die Mühlräder betrieben hat. In den Abmauer-ungen des Bachbettes weisen heute noch eingebrachte Blausteinblöcke auf die Existenz der früheren Gebäude hin.

  Ursprünglich war diese eine Doppel-anlage von 2 Mühlen, denn rechts und links der Straße hat je ein Unternehmen gelegen. Die Kupfermühlen sind kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden. Übriggeblieben ist noch auf der linken Straßenseite das Haus mit dem Wappen-stein von 1573.

Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Parkplatz, den wir überqueren. Wir gehen ca. 100 m am Flussufer durch eine weitgestreckte Niederung entlang und gelangen auf den Truppenübungsplatz "Münsterbusch". Wir gehen weiter am Fluss entlang und passieren Panzerhöcker des Westwalls.

Der Westwall ist eine ca. 600 km lange Verteidigungslinie des. 2. Weltkriegs. Sie wurde in den Jahren 1938 und 1939 erbaut und reichte von Aachen bis Basel. Die bis heute stehenden Reste, zu denen auch Bunkeranlagen im Hürtgenwald gehören, stehen inzwischen unter Denkmalschutz. Da eine landwirtschaftliche Nutzung nicht in Frage kam, haben sich im Schutz des Westwalls viele bedrohte Pflanzenarten erhalten.

Wir kommen an der Tafel 17 des Naturkundlichen Lehrpfades der Stadt Stolberg vorbei und überqueren dabei zweimal eine Brücke über die Inde. Wir halten uns weiter links auf einem Pfad an der Grenze zwischen dem linksseitigen Gebüsch und der Wiese.

Wir verlassen den Truppenübungsplatz im Bereich des Gutes Haumühle Das Hauptgebäude dient heute als Unterkunft für eine Vielzahl kleiner Gewerbebetriebe, während die südwestlich gelegenen Gebäude der landwirtschaftlichen Nutzung gewidmet sind. Die Anlage als solche ist zum ersten Mal 1647 bekannt geworden. Hierauf verweist ein Schlussstein im Torbogen des Innenhofes.

Vom landwirtschaftlich schön gelegenen Gedautal aus sehen wir auf der linken Seite die Hänge mit der neueren Bebauung der Orte Münsterbusch und Büs-bach. Zu ihren Füßen liegt im Naturschutz gebiet Gedautal ein künstlich ange-legter Flachwassersee, der 1985 durch die Stadt Stolberg hier angelegt wurde. Wir biegen in die Straße Bocksmühle (1646 zum ersten Mal als abteilicher Besitz genannt. Die Kupfermühle diente zu dieser Zeit der Herstellung von Kesseln, jedoch 1690 ist sie als Drahtziehmühle ausgewiesen) ein und passieren das Gut Gedau. Dieser hat seinen Namen aus der ursprünglichen älteren Flurbezeichnung In deren Gerdauven, die im Bruder-schaftsbuch der Pfarre St. Stephanus auf dem Berge Kornelimünster um 1500 aufgeführt ist.

Nach einer kleinen Weile gelangen wir in den Wald und folgen der Wandermarkierung Nr. 1 scharf nach rechts. Nach einem Anstieg folgen wir der nächsten Einmündung nach links (Wanderweg Nr. 1). Danach geht es geradeaus, bis wir auf eine Wanderhütte kommen. Dort haben wir die Möglichkeit Rast zu machen und unsere Rucksackverpflegung zu verspeisen.

Von der Wanderhütte gehen wir nach links weiter (Wanderweg Nr. 1). An einer Schranke gehen wir scharf nach links und einen kleinen Abhang hinunter. Nun überqueren wir die Freundter Landstraße (Verbindungsstraße zwischen Büsbach und Brand) und gehenden Kommerischer Weg entlang, an der Kläranlage wählen wir den linken Weg. Weiter geht es gerade aus, dann über eine kleine Brücke und wir passieren das Textilmuseum "Kommener Mühle".  An der nächsten Einmündung geradeaus den Wanderweg Nr. 1 verlassen.

An der nächsten Einmündung gehen wir wiederum geradeaus und folgen dem Indetalrundweg. Am Ende des Weges sehen wir das Ortseingangsschild von Krauthausen. Wir überqueren die Krauthausener Straße und gehen den mit rotem bzw. blau markierten Punkt gekennzeichneten Weg weiter.

Nachdem wir Krauthausen an einer anderen Stelle passieren gehen wir nach rechts auf die Landstraße, die die B258 mit Krauthausen verbindet. Diese Straße gehen wir bis kurz vor der Bilster Mühle, am Kalkofen führt nach links ein mit grünem Punkt markierter Weg in den Klauserwald.

Wir befinden uns wieder an der Inde und gehen sie weiter flussaufwärts am linken Ufer entlang bis wir auf eine Holzbrücke kommen. Diese überqueren wir und gehen am anderen Ufer weiter in Richtung Kornelimünster. Nach ca. 800 m gelangen wir an eine Fußgängerbrücke in Kornelimünster. Von hieraus gelangen wir über eine Verbindungsstraße direkt den Marktplatz (Korneliusmarkt) von Kornelimünster. Hier bietet sich die Möglichkeit, in einer der umliegenden Cafes eine Pause einzulegen.

Vom Korneliusmarkt gehen wir zur B258, überqueren sie, gehen nach links etwa 100 m. An der Brücke folgen wir der Inde nach rechts (Eifelsteig / Matthiasweg 6). Hier mündet der Iterbach in die Inde.

Die Geschichte von Kornelimünster reicht zurück bis zur Römerzeit. Heute sind davon noch Reste des Tempelbezirks Varneum (oberhalb von Kornelimünster, unweit der Verbindungsstraße Kornelimünster - Breinig) vorhanden. Sie können kostenfrei besichtigt werden. Kornelimünster erlang in der karolingischen Zeit an Bedeutung, da hier kostbare Reliquien aufbewahrt wurden. Seit dem 13. Jahrhundert finden zur Korneliusoktav, der Woche nach dem 16. September, Pilgerfahrten statt. Jedes Jahr im Juni findet im Zentrum der Historische Jahrmarkt statt.

Nach ca. 200 m kommt eine Fußgängerbrücke, wir gehen über sie und überqueren wiederum die B258. Wir folgen dem Eifelsteig weiter, überwinden eine Tiersperre an einem Gutshof, gehen den Weg über die Wiesen entlang einer links liegenden Hecke. Danach unterqueren wir ein Viadukt der früheren Vennbahn. Es folgt eine wildromantische Strecke mit meterhohen Brennnesseln auf einem schmalen Pfad. Der Weg führt nach links (Krönungsweg 20). Bald kommt ein Rastplatz am Damm der ehemaligen Vennbahn. Wir gehen den Krönungsweg 20 weiter, danach geht es bergab ins Tal. Danach müssen wir etliche Stufen hinaufsteigen. Oben werden wir mit einem herrlichen Blick links über das Indetal und sehen einen weiteren Kalkofen. Dort befindet sich ein weiterer Rastplatz.

Wir gehen den Weg am Vennbahndamm weiter bis wir Hahn erreichen und biegen in die Straße "Knipp" ein. Diese Straße folgen wir bergab und erreichen die Kreisstraße (Hahner Straße). Wir gehen diese Straße nach rechts ungefähr 100 m entlang. Von dort führt uns die Wegweisung des Lehrpfads (Symbol eines Kalkofens) führt uns über eine Fußgängerbrücke. In Hahn sehen wir auf dem Weg viele schöne Bruchsteinhäuser. Auf der linken Flußseite gehen wir links in eine Nebenstraße. Hinter der Haltestelle "Hahn-Steinbruch" (Linie 35/67/68) führt der markierte Weg nach links (Eifelsteig). Wir überqueren die Inde ein weiteres Mal. Vorbei am Kalkofen "Au" (Mathiasweg 6 ) gehen wir an der Inde entlang und überqueren sie an der nächsten Brücke.

Vorbei an einem Trichterofen (Besichtigung lohnt, die Treppe zum Abstieg liegt hinter der Schautafel). Rechter Hand sehen wir das ehemalige Abbaugebiet.

Am Ende des Kalkofen-Lehrpfades erläutern zwei lesenswerte Schautafeln die Entstehung von Kalkstein. Bis 1950 wurde in Walheim Kalkstein abgebaut und an Ort und Stelle in Kalköfen zu Branntkalk verarbeitet.

Am Parkplatz "Freizeitgelände" gehen wir nach links in das Freizeitgelände hinein. Der Hauptweg führt zu einem Hangelgerüst. Dort gehen wir nach rechts an der Minigolfanlage und dem Imbiss vorbei in Richtung Friesenrath. Nun verlassen wir das NSG Kalkofenwanderung. Wir gelangen in Friesenrath in den "Pannekogweg", gehen in weiter bis wir an eine kleine Kapelle gelangen. Am Ende dieser Straße kommen wir nach links auf die Friesenrather Straße. Nach einigen Metern folgen wir sie nach rechts, gehen wenige Meter hangaufwärts und erreichen die Bushaltestelle. an der Schleidener Straße (B258, Buslinien 68 und 166). Damit haben wir unser Wanderziel erreicht.

Abfahrt ist 15:55 Uhr mit der Linie 166, 16:17 geht es von Walheim mit der Linie 11 weiter. Um 17:00 Uhr fährt vom Aachener Bushof die Linie 52 und wir erreichen den Eschweiler Bushof um 17:24 Uhr.

 

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Stand: 19.06.09