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Treffpunkt:
09.30 Uhr Bushof
Strecke: ca.
13 km
(Vom Köpfchen –
Aachener Wald –
Entenpfuhl – Preußwald - Königsweg- Dreiländereck- Vaalserquartier)
Ab Köpfchen durch den Aachener-Wald auf
deutscher Seite, an der deutsch / belgischen Grenze entlang.
Vorbei am Dreiländerblick und Gasthaus
Entenpfuhl, durch den Ort Preußwald, dort überschreiten der Grenze nach
Belgien, weiter über den Königswegs zum König-Baudouin-Turm (Aussichtsturm)
und Dreiländereck mit Einkehr.
Vom Dreiländereck weiter in Richtung
Vaalserquartier, mit Blick über Aachen, Vaals und Eifel.
Rucksackverpflegung ist angesagt.
Gäste sind herzlich willkommen.
Köpfchen:
Historischer Landgraben mit
den eigentümlich gewachsen Kopfbuchen und die Zyklopensteine. Die
Anpflanzung ist noch Zeugnis des „Aachener Reichs“, das von 1611 bis 1794
bestand. Die französischen Truppen setzten diesem kleinem Reich ein
schnelles Ende. Napoleon mit seinen Denkern und Planern gab der Stadt in
zahlreichen Reformen und Umplanungen dafür ein neues Gesicht auf dem Weg in
die Moderne.
Königsweg:
Den Moresneter Pilgerweg entlang, vorbei am Westwall, an Grenzsteinen
verschiedener Jahrhunderte und zurück über den Königsweg gewinnen wir
historische Eindrücke zur Grenze.
Dreiländereck:
Land ohne Grenzen, so wird das Dreiländereck Aachen --Lüttich - Maastricht
oft genannt.
Dreiländereck:
Dort gibt es zum einen schöne
Wanderwege, in allen drei Ländern. Es gibt einen Aussichtsturm und ein sehr
interessantes Labyrinth. Von den drei eingebauten Brücken hat man dann einen
Überblick und kann den Weg planen. Es sei bemerkt, dass man durchschnittlich
20-45min benötigt, um in die Mitte zu gelangen, wo ein Eisstand auf einen
wartet. Vom Aussichtsturm hat
man einen wunderbaren Blick über alle drei Länder und kann mit Hilfe von
mehreren Ferngläsern auch Einzelheiten in einiger Entfernung klar erkennen.
Für das
leibliche Wohl ist auch gesorgt. Außer dem Dreiländereck befindet sich
Hollands höchster Punkt an diesem Ort. Er ist durch Steine Gekennzeichnet.
Die Atsch selbst war lange Zeit unbewohnt.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war
der Bereich der Atscher Mühle praktisch
das einzige Anwesen mit wenigen Bewohnern. Entscheidend für die weitere
Entwicklung war einmal der Umstand, dass die Eilendorfer große Flächen des
Atscher Waldes, der
1825 mit
Würselen, Weiden und Haaren
geteilt wurde, abholzen ließen und vor allem die Errichtung des
„Stolberger“ Bahnhofs (auf Eschweiler
Gebiet), der die Industrialisierung forcierte (Kohleabbau / chemische Fabrik
Rhenania und andere / Eisenbahnknotenpunkt).
Mit gestiegener Bevölkerung kam der Wunsch,
eine eigene Kirche zu bauen, was nach längeren Verhandlungen
1900 erfolgte. Von
1901 bis 1908 war Atsch Kapellengemeinde
und Rektorat von Eilendorf, seit dem 1. März
1908 selbständige Pfarre.
Von unserem
Ausgangspunkt, dem Parkplatz am
Friedhof, gehen wir die
Friedhofsstraße weiter, die nach wenigen Metern in eine scharfe
Linkskurve macht. In dieser Kurve verlassen wir die Straße und gehen
geradeaus weiter, ein Stückchen bergab
und dann rechts auf einen Weg, der auf
der früheren Straßenbahnstraße
angelegt worden ist (zwei rot- weiße Eisenpfosten verhindern Zufahrt von
PKW). Die Straßenbahnlinie wurde1897
von Eilendorf über
Atsch nach
Eschweiler geführt; an Atsch-Dreieck
war ein Umsteigen in Richtung
Stolberg-Innenstadt und weiter bis
Zweifall möglich. 1973 wurde die
Linie eingestellt und durch Busse ersetzt. Die Trasse ist dann als Weg
befestigt worden, der hinter dem Atscher
Sportplatz (links) und der Bebauung
Eichhornweg / Am Hirschfeld (rechts) zur
Landstraße 236, der
Sebastianusstraße,
die oberhalb auf die L221
(Cockerillstraße / Eilendorfer Straße) trifft, führt, die wir
überqueren, um in
Richtung Waldrand weiter leicht bergan zu gehen.
Nach rund einer Viertelstunde (ab
Friedhof) erreichen wir, das
Sebastianuskreuz.
Unter einer mächtigen Eiche steht das Kreuz in
einer umzäunten Anlage, die 1988 samt
Ruhebänken neu hergerichtet wurde, zumal das alte Kreuz morsch war. Das
Kreuz soll jene Stelle markieren, wo einst die
1474 erwähnte Sebastianuskapelle
im Atscher Wald stand. Für die Pfarre
Eilendorf werden seinerseits fünf Kapellen erwähnt, von denen lediglich die
1774 neu erbaute
St. Apollonia in Eilendorf erhalten
blieb. Am Sebastianuskreuz machten
überlieferterweise die Gressenicher Pest- und Erdbebenwallfahrer auf ihrem
Weg nach Niederforstbach einen der sieben
vorgeschriebenen Kniefälle. Die Pilger kamen von
Stolberg über die Trasse
Cockerillstraße / Eilendorfer Straße an diesem Punkt, der heute einen
schönen Rundblick ermöglicht, wobei das
Altenwohn- und Sozialzentrum, das
Hochhaus Liester, der Schornstein der
früheren Zinkhütte oder der Donnerberger
Sender wie schon bei anderen Wanderungen markante Orientierungspunkte
sind.
Es geht weiter leicht bergan. Jenseits der
Straße, eingezäunt an einer Weidengruppe, liegt ein
Jüdischer Friedhof, den
man besichtigen kann (hoch bis Bayerhaus
und dann zurück); wir biegen vor Bayerhaus
rechts ab in den
Wald, wo Polder den Wegzugang
kennzeichnen. Der Weg trifft auf die Schneise,
die im Wald nach Bayerhaus hochführt, wo
wir links ein- und gleich danach
wieder in den zweiten Weg
rechts abbiegen (Orientierungshilfe: Die gelben Metallpfosten, die
die Trasse einer Erdgasleitung kennzeichnen).
Wir kommen immer näher an die links verlaufende
Autobahn (Lichtenbusch-Aachener
Kreuz) und erkennen voraus in der der Ferne die
Halde Alsdorf sowie die
Kirche in Weiden. In Höhe des
zweiten Hochspannungsmastes geht der Weg
deutlich sichtbar nach rechts ab. (Gingen wir
geradeaus weiter, träfen wir auf die
Druckreglerstation der Erdgasleitung.)
Auf unserem Weg kommt nun
Gut Schwarzenbruch ins Bild, als
Restaurant im hiesigen Raum eine gute Adresse, wo der Turnierreiter Peter
Schmitz lebt, der schon zu deutschen Meisterehren gekommen ist.
Wir biegen an dem Weg
vor dem Waldrand rechts ab und
treffen auf eine Wegekreuzung, wo eine
Rasthütte steht. Dort halten wir uns
links. (Geradeaus der Weg führt zum „Roten
Kreuz“ und weiter zum Friedhof für
diejenigen, die es schon nach Hause zieht.)
Wir nähern uns mehr und mehr der
Landstraße 23
(Würselener Straße), die von Atsch
an Gut Schwarzenbruch vorbei über die
Bahnstrecke Aachen-Köln nach
Verlautenheide führt. Kurz vor Erreichen
der Straße trifft von rechts eine breite Schneise auf unseren Weg, die so
genannte „Kohlbahn“, die ihren Namen
davon hat, dass hierüber mit Fuhrwerken in Atsch
gewonnene Kohle nach Weiden transportiert
wurde (auch über die „Kohlbahn“ können
wir in ¼-Stunde zum Ausgangspunkt dieser Wanderung zurückkehren.) Links in
Verlängerung von Gut Schwarzenbruch die
Erhebung „Gottes Segen“, die einst ein
Wasserhäuschen zierte.
Wir gehen bis zur
Landstraße 23 und auf die andere
Straßenseite, wo wir nach rechts
weitergehen. Nach wenigen Metern wechseln wir links
auf einen Weg, der eine Zeitlang parallel zur Straße verläuft und biegen
dann in den ersten Weg links in den
Wald ab. Nach einiger Zeit kommen wir an eine
Kreuzung, wo es
links
weitergeht. Wir nähern und der
Bahnstrecke Stolber-Alsdorf.
Bedeutsam ist hier, dass es Funde aus der
Römerzeit
gibt, die die Wahrscheinlichkeit einer römischen Besiedlung
untermauern, zumal jenseits der Bahn im Bereich des
Camps der belgischen Armee auch
Grundmauern einer „villa“ entdeckt wurden. Die
Bahnlinie wurde 1870 in Betrieb
genommen. Da vom Stolberger Hauptbahnhof
auch Bahnlinien nach Jülich
(1873),
Würselen (1874) und
Wahlheim
(1889) entstanden, wurde Stolberg
zu einem der größten Güterbahnhöfe im linksrheinischen Raum. Die „Schlagader
des Weltverkehrs“, wie anfangs die Eisenbahn euphorisch gelobt wurde, hatte
allerdings für die Passagiere auch ihre Tücken: In der dritten und vierten
Klasse, wo aus Kostengründen die meisten mitfuhren, fehlte in den ersten
Jahren die Bedachung, so dass der Slogan „Bequem mit der Bahn“ bei Wind,
Regen oder Schnee bestimmt nicht zutraf. Die „Rheinische Eisenbahn“, die die
Strecke Köln-Aachen
1841 in Betrieb genommen hatte und sich
in Privathand befand, rüstete erst alle Wagen mit Dächern aus, als
Erkrankungen und zunehmende Kritik die Kundschaft abschreckte.
Rund 75 Minuten unterwegs, wenden wir uns nach
rechts und treffen auf die
Steinbachstraße, die über die Bahnstrecke
hinweg nach Steinbach-Hochwald führt, das
am 1.1.1935 mit Teilen des
Donnerbergs und dem
Duffenter Stolberg angegliedert wurde.
(Weitere Spaziergänge dort sind empfehlenswert: mitten im Wald gibt es auch
ein Restaurant.)
Wir wenden und nach
rechts und gehen in der Kurve wieder in den Wald,
wo es in Richtung Bebauung geht. Auf einem
Steg überqueren wir ein kleines Rinnsal, den
so genannten „Weckenpützensief“ und
erreichen die Gärten der Häuser an der Würselener
Straße. Links weitergehend kommen wir wieder auf die
Steinbachstraße, wo sich uns gegenüber
die Halde der ehemaligen Kali-Chemie
auftürmt. Der Bewuchs mit zumeist Birken lässt gar nicht vermuten, dass hier
eine der größten Stolberger Altlasten ist, deren Entsorgung sich überaus
kompliziert und schwierig gestaltet.
Rechts
weiter bergan treffen auf der Höhe auf die
Würselener Straße und haben zur Linken das
„Bergmannskreuz“.
Die Grube Atsch
bescherte Mitte des 19. Jahrhunderts eine
kurze Blütezeit, zumal die Atscher Kohle als hochwertig galt. Die
Stilllegung der Zeche erfolgte aber schon 1870.
Der Wetterschacht wurde zugeschüttet, die Aufbauten (bis auf das „Küllche“)
verschwanden. Übrig blieb das „Bergmannskreuz“
hier auf der Höhe. Als es bei der Sprengung eines dahinter liegenden Bunkers
nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, zeigten die Atscher, wie sehr sie
sich an das Bergmannskreuz gewöhnt hatten. Für das neue Steinkreuz wurde
gespendet; Bausteine wurden den Seitenaltären der zerstörten Pfarrkirche
entnommen und am 20. Mai 1951 erfolgte
die Weihe des heutigen Kreuzes.
Links
geht es abwärts in Richtung Atsch-Dreieck,
wobei rechts voraus hinter der Tankstelle
besagtes „Küllche“ zu erkennen
ist, jenes Überbleibsel der Bergwerksgebäude, das in den siebziger Jahren
renoviert wurde.
Wir biegen vorher
links in die
Hasencleverstraße ein. Sie ist nach dem Aachener Apotheker
Friedrich Wilhelm Hasenclever benannt, der 1852
ein Verfahren entwickelte, aus Zinkblende Schwefelsäure zu gewinnen.
Hasenclever war Mitbegründer der „Waldmeisterhütte“, die zwei Jahre
später (1854) in die „Aktionsgesellschaft
chemische Fabrik Rhenania“ umgewandelt und 1928
ein Werk der Kali-Chemie AG wurde. Beim Rösten der Zinkblende entwich zuvor
der größte Teil des Schwefeldioxyds, was Mensch und Natur schadete und große
Proteste gegenüber den Zinkhütten (seit 1819
in Betrieb) auslöste. Hasenclevers Verfahren reduzierte den
Schwefeldioxyd-Ausstoß für damalige Verhältnisse auf ein Minimum. Die
Hasenclever-Straße führt durch das
frühere Firmengelände. Von der Fabrik ist durch Zerstörung im Zweiten
Weltkrieg kaum noch etwas übrig geblieben. Neuerdings ist hier ein
Gewerbegebiet.
Dort, wo die Straße im rechten Bogen auf
die Rhenaniastraße führt, lag linker Hand
zum Bahnhof hin die Düngemittelfabrik Dr. Schippan,
die am 12. April 1920 durch eine
Explosion restlos zerstört wurde, was 25 Todesopfer forderte.
Von der
Hasencleverstraße nun über die zum
Bahnhof führende Rhenaniastraße
halb rechts in die
Münsterbachstraße und dort rechts
in den „Berthold-Wolff-Park“. Hier
links war das Lager, wo in der Nazi-Zeit Stolberger Juden interniert und
dann in die Konzentrationslager abtransportiert wurden. Ein
Gedenkstein an der Rhenaniastraße
erinnert daran, dass über 100 jüdische Mitbürger von hier
1942 in den sicheren Tod geschickt
wurden, nachdem sie zuvor einige Zeit zu Zwangsarbeiten herangezogen wurden.
Im
Berthold-Wolff-Park ist Punkt 8
des „Jubiläumsweges“, die restaurierten
Glühöfen
der Atscher Mühle, die schon im 15.
Jahrhundert bestand und von der Familie Schleicher in das erste
Walzwerk Stolbergs umgebaut wurde. Im Park selbst sind noch gut
Mühlenteich und
Zuleitung zu sehen.
Aus dem Park
geht es nach links. Noch vor
Atsch-Dreieck ist links ein großer
Weiher (heute Fischteich), der einst
Wasserreservoir der Mühle war. Auf der rechten Seite der
Rhenaniastraße sind noch
Mauerreste der Chemischen Fabrik zu
sehen.
Am Atsch-Dreieck
war links in der Eisenbahnstraße nach gut 100 Metern in etwa der Standort
der Schneidmühle, auf die heute
ein Straßennahme verweist. Sie war eine Mühle auf Abteigebiet. Wann sie
entstand, ist nicht bekannt, wohl aber, dass Jeremias Hoesch III. sie im
17. Jahrhundert als Eisenmühle nutzte.
Wir halten uns aber
geradeaus und gehen auf der ehemaligen
Straßenbahntrasse, die hier ein Durchstich durch die Abraumhalde
der früheren Grube Atsch ist, in die
Hammstraße, wo wir an den
„Hövvele“ (Hügel) vorbei nach rund zehn
Minuten auf unseren Ausgangspunkt stoßen.
Angemerkt sei noch, dass der Rundweg durchaus
auch hier an Atsch-Dreieck begonnen werden kann, wenn man lieber mit dem Bus
anreisen will. Natürlich kann man die Tour auch ausdehnen, indem man doch ab
Burg losmarschiert und dann ab Atsch-Dreieck per Bus oder zu Fuß den
direkten Weg in die Innenstadt und zur Burg nimmt.
Am Fuße einer alten Eiche steht – vor Jahren
restauriert – das Sebastianuskreuz am Wege von der Sebastianusstraße hinauf
nach Bayerhaus.
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