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Treffpunkt:
09.30 Uhr Talbahnhof
Strecke: ca.
15 km
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Unsere
Wanderstrecke führt an der Wurm und an einem ihrer Nebenbäche, dem
Wildbach, entlang von Herzogenrath nach Laurensberg. Obwohl die
Nutzung der Wasserkraft und zutage tretende Steinkohleadern hier eine
frühe Industrie entstehen ließen, führt die Route durch eines der
landschaftlich reizvollsten und gleichzeitig geschichtlich
interessantesten Naherholungsgebiete unserer Region.
Der Bach musste
sich hingegen begradigen und eine zunehmende Bebauung seines Tales
gefallen lassen. Dennoch lohnt es sich auch hier, seinem Lauf auf
schmalen Pfaden zu folgen. |
Die
Quellen der Wurm und mehrere ihrer ersten Nebenbäche liegen im Aachener
Wald. In der Stadt nimmt sie Zuflüsse aus heißen Quellen auf. Deshalb ist
ihr Wasser auch wärmer als das anderer Wasserläufe. Dieser Tatsachen
verdankt sie wohl auch ihren Namen, der von dem keltischen "borm"
= warm stammen soll. Von der Wolfsfurth am nördlichen Ausgang der Soers
bahnt sich in vielen Mäandern mit gut erkennbaren Gleit- und PralIhängen
ihren Lauf durch die Wiesenauen. Die Feuchtbiotope im Tal, Hoch- und
Niederwald an den Hängen, Heide und Odflächen bieten einer vielfältigen
Flora und Fauna Lebensraum. "Die Wurm repräsentiert innerhalb von
Nordrhein-Westfalen den letzten naturnah erhaltenen Tieflandfluss .... "
(Infotafel der Bilologischen Station Kreis Aachen.)
Von Rimburg, der Grenze zum Kreis Heinsberg, wurde ihr Bett in den 1960 er
Jahren begradigt. Die Wurm mündet nach 53 km bei dem Heinsberger Ortsteil
Stah in die Rur.
Wir starten am Bahnhof
Herzogenrath, gehen durch die Bahnhofstraße in die Stadt, dann rechts auf
der Kleikstraße weiter über die Wurm und biegen unter der Eisenbahnbrücke
links in einen schmalen Fußsteig ein, der uns zur Schütz von Rode Straße
führt. Die überqueren wir und wandern auf der Eisenbahnstraße entlang der
Bahnlinie weiter, bis uns nach etwa 500 Metern ein Feldweg zu einem Damm
nach links abzweigt. Dem folgen wir bis vor den Damm, wenden uns hier nach
rechts und bei der ersten Gelegenheit wieder links und erreichen über die
Wurm den Europäischen Fernwanderweg mit dem Zeichnung E 8/ X1. Ihm folgen
wir nach rechts.
1 Bei dem Damm handelt es sich um den Bahnanschluss zum ehemaligen
Tagebau "Maria Theresia", in dem von
1861
bis 1969 mit teilweise langen Unterbrechungen Braunkohle gefördert wurde.
Wenn wir an der linken
Seite an eine Grube kommen, biegen wir scharf rechts ab.
2 Das Schild "Naturdenkmal" macht auf den alten Bergbau aufmerksam,
der wahrscheinlich seit dem 12. Jahrhundert an den Hängen des Wurmtals und
auf den angrenzenden Hochflächen betrieben wurde. Im Hang ist eine dünne
Kohleader zu erkennen, wie sie hier leicht abgebaut werden konnten. Eine
weitere Grube befindet sich nur wenige Meter weiter links am Weg
Eine Reihe von Stufen
führt uns hinab ins Wurmtal und weiter zur ehemaligen Grube Furth.

3 Von der 1690 erstmals erwähnten Grube blieb das Betriebsgebäude
erhalten. An dessen Giebel ist nach das "Kunstkreuz" der Fahrkunst zu
erkennen. Die wurde mit Wasserkraft betrieben und beförderte Bergleute auf
versetzten beweglichen Leitern nach untertage. Den Abbau von Kohle in
größeren Tiefen erlaubten die ebenfalls mit Wasserrädern betriebenen Pumpen,
die für die Entwässerung der Stollen sorgten
Auf der Asphaltstraße
treffen wir bald wieder auf den Wanderweg E 8. Ihm folgend erreichen wir die
Burgruine Wilhelmstein dann, wieder im Tal, die Bardenberger oder Alte Mühle
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Oie im Jahr 1270 unter Wilhelm IV. von Jülich errichtete Burg hatte die
Aufgabe, die Grenze seines Gebietes zu dem Herzogtum Limburg (später
Brabant), zum Heydener Ländchen und zum Aachener Reich zu sichern. In
einigen Kriegen beschädigt, wurde sie 1691 endgültig zerstört. Heute sind
nur noch das Eingangstor sowie Reste des Bergfrieds und der Mauer erhalten.
Ein Restaurant lädt zur Einkehr und eine Freilichtbühne zu überörtlich
bedeutenden Veranstaltungen.
5 Das heutige Hotel und Restaurant war Bannmühle der Vogtei
Wilhelmstein. Hier mussten die Bauern des Herrschaftsbereiches ihre
Erzeugnisse mahlen lassen. Wahrscheinlich war sie ab 867 und bis 1899 in
Betrieb.
Sobald wir die Straße
überquert haben, wandern wir links unterhalb des Hanges zu zwei Zeugen des
frühen Bergbaus: dem "Knopp", einer ehemaligen Pferdestation, und wenige
Meter weiter linken Seite einem Stolleneingang der Grube Gouley. Eine Tafel
informiert uns über seine Bedeutung.
6"Dieser
Stollen wurde wie viele andere in früheren Jahrhunderten von der Sohle des
Wurmtales in den Höhenrücken vorgetrieben. Ursprünglich zur Förderung der
Steinkohle angelegt und
1837
ausgebaut, dient der Stollen seit langer Zeit der Entwässerung der früheren
Würselener Grube Gouley.
...
Die Grube Gouley, zu der dieser Stollen einst gehörte, wurde 1599 erstmals
urkundlich erwähnt.... " Die Grube wurde 1969 geschlossen.
Weiter mit dem Zeichen E
8 kommen wir an der nächsten Straße zur 7 Pumper Mühle, einer 1648
errichteten Kupfermühle, in der u. a. Fingerhüte hergestellt wurden. Hier
befand sich auch das Pumpwerk einer Kohlengrube. Auf schmalem Steg gehen wir
über die Wurm, dann über einen Wanderparkplatz zum Teuter Hof links an der
Straße.
8 Auch hier wurde von 1685 Steinkohle gewonnen. Die Grube Teut war
die einzige im ehemaligen Aachener Reich. Ein Wasserrad lieferte die Energie
zum Abpumpen des Grundwassers. Die Kohle wurde mit einem von Pferden
gezogenen Göpel gefördert. Ein Wassereinbruch aus der Wurm beendete am
18.01.1901 den
Betrieb. Heute ist der Teuter Hof ein beliebtes Restaurant mit einem
großen Biergarten.
Gegenüber führt uns ein
fester Weg rechts ab
zu
der 9,
1616 erstmals erwähnten Adamsmühle, in der bis 1905 Getreide gemahlen wurde,
und weiter mit herrlicher Sicht in das Wurmtal schließlich an der Einmündung
des Meisbaches in die Wurm zur
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Wolfsfurth, einer seit
1200 bestehenden Anlage, die zeitweilig Getreide-, Kupfer- und Schauermühle
(mit Nadelherstellung) und von 1813 bis 1930 auch Sitz der Tuchfabrik
Kluetgens war
An der Weggabelung
lassen wir uns in einem weiten Bogen zum "Blauen Stein" weisen. Bald treffen
wir wieder auf den bekannten Fernwanderweg, der uns durch den Hohlweg, einem
Teil des ehemaligen Aachener Landgrabens, zu dem
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Obelisken aus Blaustein führt. Er wurde zum Andenken an Pauline, einer
Schwester Napoleons, errichtet. Sie kurte in Aachen, und sie soll sich
bevorzugt an dieser Stelle aufgehalten haben
Wir glauben ihr diese
Vorliebe gern, denn die Aussicht ins Wurmtal und in die Soers lohnt sich
wirklich trotz der riesigen Kläranlage, die sich bald unterhalb unseres
Weges ausbreitet. Auch der Lärm der nahen Autobahn beeinträchtigt unseren
Wandergenuss.
Wir
unterqueren sie und eine weitere Straße bald und verlassen an der alten
Tuchfabrik (jetzt "devolo" bzw. "GE-MO") den gezeichneten Weg und suchen uns
den schmalen Pfad rechts zwischen dem denkmalsgeschützten Gebäude und einem
Zaun. Auf ihm gehen wir zunächst zwischen ehemaligen Mühlteichen und dann am
Wildbach entlang.
Der Wildbach entspringt bei Seffent aus sieben Quellen und mündet etwas
oberhalb der Kläranlage in die Wurm. Unterwegs speist er nicht nur den
Wassergraben von Schloss Rahe 15, er ermöglichte auch den Betrieb
einiger Mühlen: der Rahemühle (Getreide) und der Tuchfabriken Follmühle
14, Becker an der Stockheider Mühle 13, und Leo Führen 12,
an der wir die Straße verlassen hatten
Hinter der ehemaligen
Tuchfabrik Becker wenden wir uns auf der Straße einige Meter nach rechts,
finden aber bald links wieder den Pfad am Bach. An der nächsten Mühle gehen
wir geradeaus weiter, unter der Umgehungsstraße hindurch, hinter dem Tunnel
rechts auf den Damm des Regenrückhaltebeckens und auf ihm zur Rahemühle und
auf der Straße am Schloss Rahe vorbei. Durch den Zaun lässt sich ein Blick
auf das eindrucksvolle Gebäude wagen.
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Ein Ludwig von Roede ließ die ehemalige Wasserburg wurde im 13. Jahrhundert
erbauen. Der spätere Gutshof wurde 1787 im Auftrag von Gerhard Heusch,
Kaufmann, Färbereibesitzer und Ratsherr in
Aachen,
umgebaut. 1818 mieteten der Prinz von Oranien und seine Frau, die Schwester
des russischen Zaren das Gebäude während des Aachener Kongresses, in dem
Russland, Österreich und Preußen eine erneute französische Monarchie
verhindern wollten. 1906 nahm es der Geheime Bergrat Dr. Viktor Weidtmann;
Generaldirektor der AG für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation Stolberg zum
Wohnsitz. Nach längerem Leerstand ließ es ein Versicherungskonzern umbauen
und als Business-Center betreiben.
Wir
wandern nun unter dem Bahndamm hindurch zur Roermonder Straße in
Laurensberg, wo links an der Bushaltestelle "Wildbach" unsere Strecke endet.
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Heute lädt der alte Bahndamm zu Spaziergängen ein, denn er hat schon lange
seine ursprüngliche Aufgabe verloren. Er war ein Teil der Bahnstrecke Rheydt
- Herzogenrath - Aachen, die am 17.01. 1853 in Betrieb genommen wurde. Sie
endete am Marschiertorbahnhof Später wurde die Trasse verlegt
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